Wachstum, eigentlich etwa ganz natürliches, Blumen, Menschen und Tiere
wachsen. Allerdings in einem sinnvollem Tempo und nicht ohne Grenzen.
Irgendwann hat der Mensch seine vorgesehene Größe erreicht, damit ist nicht die
Kleidergröße gemeint, und Stillstand tritt ein.
Steigerung ist keineswegs negativ, jeder versucht seine Leistung zu verbessern.
Doch am eigenen Körper erleben wir, wie langsam dies passiert.
Fortschritte erlebt einer wie alle in seinem Leben. Der erste Schritt, das
erste Wort oder der hart erkämpfte Fortschritt in einer bestimmten
Fähigkeit.
Diese Begriffe verfolgen uns Tag für Tag, doch die Gegenteile, die Abnahme,
der Rückschritt, die Senkung und der Stillstand werden uns als Katastrophen
verkauft. Dabei müssten wir aus eigener Erfahrung wissen, dass sie ein nicht
verachtbarer Anteil des echten Lebens sind.
Ist in der Wirtschaft das andauernde Wachstum möglich?
Längst geht die Produktion über die Bedürfnisse der Gesellschaft hinaus und
wir kaufen alle mehr als wir brauchen. Dies ist genauso vorgesehen, denn wenn
dem nicht so wäre, müsste das Wachstum irgendwann aufhören oder weniger
werden.
Daneben sehen wir am Beispiel der Natur, das die Blume verwelkt, nein nicht
nur die romantische Rose, sondern auch jeder Mensch stirbt. Es ist
offensichtlich, dass Steigerung nicht bis ins unendliche möglich ist. Die
Leiter hat nur eine gewisse Anzahl an Stufen, irgendwann kann man nur noch oben
stehen bleiben – wenn man schwindelfrei ist- oder umkehren. Wie im
fortschreitenden Alter natürliche Abnahmen einkalkuliert sind.
Durch zielsichere Rückschritte bis zum verschwinden, verwesen verwandeln wir
uns gleichzeitig in etwas Neues. Das
Problem ist nur, dass verschwinden ein verschwindend kleines Thema in unserer
Gesellschaft ist.
Welcher Produzent wirbt damit: „Mein Produkt ist in 5 Jahren verschwunden.“
Niemand. Unsere Waren vergehen nicht mehr, sie können sich nicht mehr auflösen…
Sogar ein Plastikbecher besteht länger als ein menschlicher Körper. Und
trotzdem wird er nur für ein ermunterndes Heißgetränk 3 min verwendet. Für jeden Kaffee ein neuer Becher. Für jede
Saison ein neues T-Shirt, für jedes Jahr ein neues Handy.
Die Warenwelt hat ein Ablaufdatum, dass wir hochentwickelten Europäer nur zu
genau nehmen. Dank uns wächst die Wirtschaft und macht Fortschritte, die Frage
ist jedoch mit welchen Folgen und wie lange.
Wäre es nicht an der Zeit für Rückschritte beziehungsweise Rückschritte als
die neuen Fortschritte? Wieso ist ein Laptop Müll nur weil der Speicher zu
klein ist oder das Netzteil kaputt ist? Das Laptopgehäuse hält noch bestimmt 10
Jahre. Ein Weg wäre technische Weiterentwicklung so zu konzipieren, dass die
bereits bestehenden Produkte erweitert werden und nicht ersetzt.
Arbeit die investiert wird macht Dinge auch wertvoller und reparieren muss
sich auszahlen, denn ansonsten wird unsere Wegwerfgesellschaft ihren Müll bald
nicht mehr nach Afrika schicken können, denn im Vergleich zur Bevölkerung
wächst die Erde nicht.
Antiquitäten bestätigen die Regel und steigern meist ihren Wert von Zeit zu
Zeit, sie haben Vergangenheit. Diese alten Gegenstände verbindet man mit
Geschichte und entwickeln meist eine Persönlichkeit. Auch wenn es einst ein
Produkt von der Stange war, hat es im Laufe der Zeit einen eigenen Charakter
bekommen. Orte an denen es gestanden ist, Nutzungen die zu den Gebrauchspuren
führten, Reparaturen und Restaurierungen… Es wird Zeit investiert und das Objekt
wird individuell, es hat sogar Potenzial zum Lieblingsstück, so etwas wird mit
Respekt behandelt, aufbewahrt und gepflegt.
In Zukunft müsste es Ziel sein, neu produzierte Waren so haltbar zu
gestalten, dass Potenzial für die lange Nutzung und vielleicht auch eine flexible
Nutzung da ist, oder die Artikel haben ein Haltbarkeitsdatum, nachdem sie sich
auch wieder von der Welt verabschieden, besser gesagt ein Teil des natürliches
Kreislaufs werden.
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