Donnerstag, 29. Dezember 2011

Wachstum, Steigerung, Fortschritt

Wachstum, eigentlich etwa ganz natürliches, Blumen, Menschen und Tiere wachsen. Allerdings in einem sinnvollem Tempo und nicht ohne Grenzen. Irgendwann hat der Mensch seine vorgesehene Größe erreicht, damit ist nicht die Kleidergröße gemeint, und Stillstand tritt ein.

Steigerung ist keineswegs negativ, jeder versucht seine Leistung zu verbessern. Doch am eigenen Körper erleben wir, wie langsam dies passiert. 

Fortschritte erlebt einer wie alle in seinem Leben. Der erste Schritt, das erste Wort oder der hart erkämpfte Fortschritt in einer bestimmten Fähigkeit. 

Diese Begriffe verfolgen uns Tag für Tag, doch die Gegenteile, die Abnahme, der Rückschritt, die Senkung und der Stillstand werden uns als Katastrophen verkauft. Dabei müssten wir aus eigener Erfahrung wissen, dass sie ein nicht verachtbarer Anteil des echten Lebens sind. 

Ist in der Wirtschaft das andauernde Wachstum möglich?
Längst geht die Produktion über die Bedürfnisse der Gesellschaft hinaus und wir kaufen alle mehr als wir brauchen. Dies ist genauso vorgesehen, denn wenn dem nicht so wäre, müsste das Wachstum irgendwann aufhören oder weniger werden.
Daneben sehen wir am Beispiel der Natur, das die Blume verwelkt, nein nicht nur die romantische Rose, sondern auch jeder Mensch stirbt. Es ist offensichtlich, dass Steigerung nicht bis ins unendliche möglich ist. Die Leiter hat nur eine gewisse Anzahl an Stufen, irgendwann kann man nur noch oben stehen bleiben – wenn man schwindelfrei ist- oder umkehren. Wie im fortschreitenden Alter natürliche Abnahmen einkalkuliert sind.
Durch zielsichere Rückschritte bis zum verschwinden, verwesen verwandeln wir uns  gleichzeitig in etwas Neues. Das Problem ist nur, dass verschwinden ein verschwindend kleines Thema in unserer Gesellschaft ist.
Welcher Produzent wirbt damit: „Mein Produkt ist in 5 Jahren verschwunden.“ Niemand. Unsere Waren vergehen nicht mehr, sie können sich nicht mehr auflösen… Sogar ein Plastikbecher besteht länger als ein menschlicher Körper. Und trotzdem wird er nur für ein ermunterndes Heißgetränk 3 min verwendet.  Für jeden Kaffee ein neuer Becher. Für jede Saison ein neues T-Shirt, für jedes Jahr ein neues Handy.
Die Warenwelt hat ein Ablaufdatum, dass wir hochentwickelten Europäer nur zu genau nehmen. Dank uns wächst die Wirtschaft und macht Fortschritte, die Frage ist jedoch mit welchen Folgen und wie lange.
Wäre es nicht an der Zeit für Rückschritte beziehungsweise Rückschritte als die neuen Fortschritte? Wieso ist ein Laptop Müll nur weil der Speicher zu klein ist oder das Netzteil kaputt ist? Das Laptopgehäuse hält noch bestimmt 10 Jahre. Ein Weg wäre technische Weiterentwicklung so zu konzipieren, dass die bereits bestehenden Produkte erweitert werden und nicht ersetzt.
Arbeit die investiert wird macht Dinge auch wertvoller und reparieren muss sich auszahlen, denn ansonsten wird unsere Wegwerfgesellschaft ihren Müll bald nicht mehr nach Afrika schicken können, denn im Vergleich zur Bevölkerung wächst die Erde nicht.
Antiquitäten bestätigen die Regel und steigern meist ihren Wert von Zeit zu Zeit, sie haben Vergangenheit. Diese alten Gegenstände verbindet man mit Geschichte und entwickeln meist eine Persönlichkeit. Auch wenn es einst ein Produkt von der Stange war, hat es im Laufe der Zeit einen eigenen Charakter bekommen. Orte an denen es gestanden ist, Nutzungen die zu den Gebrauchspuren führten, Reparaturen und Restaurierungen… Es wird Zeit investiert und das Objekt wird individuell, es hat sogar Potenzial zum Lieblingsstück, so etwas wird mit Respekt behandelt, aufbewahrt und gepflegt.
In Zukunft müsste es Ziel sein, neu produzierte Waren so haltbar zu gestalten, dass Potenzial für die lange Nutzung und vielleicht auch eine flexible Nutzung da ist, oder die Artikel haben ein Haltbarkeitsdatum, nachdem sie sich auch wieder von der Welt verabschieden, besser gesagt ein Teil des natürliches Kreislaufs werden.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Zeit haben, nehmen, ausnutzen, sparen, schenken





Ein nettes afrikanisches Sprichwort sagt: Die Europäer haben die Uhren, wir haben die Zeit.

Das Verhalten der Zeit scheint interessant, wenn man viele Dinge erledigt vergeht die Zeit sehr schnell, hingegen ist man gezungen zu warten, werden Minuten zu Stunden.
Zeit läuft, vergeht oder schleicht dahin obwohl sie immer gleichschnell ist, eine Stunde ist 60 min und eine Minute 60 Sekunden. Ob arm ob reich es ist bei jedermann und -frau gleich. Man möchte meinen Zeit ist das einzig gerecht aufgeteilte Gut auf der Erde - wenn es nach der Uhr geht.




 

Sonntag, 11. Dezember 2011

Samstag, 10. Dezember 2011

Berlin


Wo sich Plattenbauten und Prunkbauten mischen und man an der Geschichte nicht vorbei kommt, treffen sich junge Künstler und solche die es noch werden möchten aus aller Welt. 
Die Mischung der Masse die sich im großen U- und S-Bahnnetz bewegt ist gut gemischt und es gibt so viele Menschen  mit Individueller Kleidung, dass sie wieder zu einer Gruppe werden. Ziel ist es nicht zu zeigen was man hat, sondern wer man ist. 
Es ist Einstellungssache, ob man Coca Cola oder Fritzcola trinkt, ob man zu Starbucks geht oder in ein nettes Künstlercafe, ob man mit Hacken oder im Hemd vor dem Club in der Schlange steht oder nur leger in Turnschuhen in den besten Club der Stadt kommt. Ich habe das Gefühl auch der Preis des Lebens hat mit der Einstellung zu tun –  in Berlin ist diese günstig…


Um alle Museen in der Stadt zu besuchen müsste man min. ein Jahr einplanen und so hatten wir die Qual der Wahl. Die Wahl war nicht schlecht denn das DDR-Museum war klein jedoch sehr gut aufgebaut und auch im nicht aufnahmefähigen Zustand sehr unterhaltsam und informativ. Der Trödlermarkt an der Tiergartenstation war jedoch beinahe eine ernsthafte Konkurrenz zum Museum, denn die Auswahl an Lieblings- und Sammlerstücken hat mein Herz höher schlagen lassen, jedoch leider nur meins… so war meine Zeit zum Bummeln begrenzt. 

Schon im vorhinein habe ich im Internet einen Lomoworkshop endeckt, an welchen wir auch teilgenommen haben. Ein nette Chance mit anderen ein bisschen zu quatschen, in unglaublich kurzer Zeit einen Mittelformatfilm zu belichten und trotz Regen die einzige Motivation wie verrückte durch die Straßen zu schleichen immer auf der Suche nach Motiven. Die Bilder folgen…

is na nich so einfach wie mit dem neumoderen zeuch, watt.

Naja auf das moderne Zeug kann ich auch nicht verzichten und so musste ich alles mit einem Timelapapp dokumentieren.




Montag, 28. November 2011

Essen

Schmutziges Geschirr - gefüllte Bäuche - 
schon lange mehr keinen Hunger gefühlt

Ich gebe es zu ich esse gerne, gerne mal zu viel,  auch mal gerne genau diese Süßigkeiten die kein Mensch braucht und meisten oder fast immer ohne Hungergefühl.
In einer schlaflosen Nacht hat mich dieser Umstand nicht mehr losgelassen, denn eigentlich ist essen ohne Hunger ein kleines Verbrechen, Zeitverschwendung, Umweltverschmutzung, ja sogar Zerstörrungswut... Doch wieso hat sich diese Gewohnheit oder Sucht des Essen so in unsere Gesellschaft eingeschlichen?
Es ist auch ein Teil der Konsumgesellschaft, ein nicht zu verachtender Teil, jedoch wird er meist außer Acht gelassen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem es um den Umstand geht das einige von uns inzwischen recht gut gebaut sind. DICK
Doch gottseidank hat sich die Lebensmittelindustrie auch hier was einfallen lassen, DU DARFST essen, denn es hat null Kalorien usw. Nicht nur der Traum von der Modelfigur wird durch die schlanke Linie versprochen sondern auch alle anderen wünschenswerten Zustände kann man in den Supermarktregalen ergatten: Wellness im Jogurt, Konzentration im Red Bull, glückliche Kinder durch Lachgummies usw.



Die ganze Welt ist eine sehr schmale Brücke - und die Hauptsache ist: gar keine Angst zu haben!

Freitag, 11. November 2011

Sao Paulo

Die Landung bei Sonnenaufgang war ein beeindruckender Start für zwei Tage in Sao Paulo. Die Stadt ist nicht nur von oben rießig sondern auch am Boden benötigt man Zeit um von A nach B zu kommen. Den richtigen Weg zu finden stellte sich jedoch als relativ problemlos heraus, denn die Leute sind sehr hilfsbereit und mit wenigen Brocken Spanisch und Englisch kann man ohne weiteres überleben.
Nach der Überlegung ob wir am helllichten Tag in unserem guten Viertel wo wir wohnen ein Taxi benötigen, denn wir wurden vor Überfällen usw. des öfteren gewarnt, beschlossen wir doch die 25 min zum Park in dem die Architekturbiennale stattfindet, zu laufen. Dort im Park ankommen wurden die Autos zu Longboads und Rollerblades und der Anblick des Sees mit den Gänsen war ein feiner Einstieg. Nach einem typisch brazialischen kulinarischen Zwischenstop fanden wir nach einem feinem Spaziergang die Kupel in die Architekturausstellung sein könnte. 
Die Biennale war übersichtlich, jedoch konnten wir so einige Ideen mitnehmen. Zumdem lernten wir zwei Architekten aus Argentinien kennen, sie waren offen und freundlich und gaben uns den Tipp, dass wir abends im Viertel Vila Madalena bestimmt die richtige Unterhaltung für unsere Ansprüche finden. Und so war es auch, kaum dort angekommen, fanden wir ein nettes Plätzchen zum Fleischverzehr und anschließend bei einem Bier in einer netten Bar lernten wir nette Jungs kennen. Diese ermöglichten uns ein eintauchen in das richtige Sao Paulo, sogar ein Besuch auf einer Hausparty war dabei. Nicht ohne Grund fing der nächte Tag erst so gegen 1 Uhr an. 
Eine Reise mit Metro in die Innenstadt hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, denn wer die Esskultur des Landes in einer Halle mit allen Sinnen erleben möchte darf den Mercado Municipal nicht auslassen. Nähert man sich einem Stand, wir man zum Probieren aufgefordert, ablehnen wird nicht akzeptiert. Leider haben wir im ersten Stock erst einmal Frühstück und Mittagessen nachgeholt, sodass für die zahlreichen Verkostungen kein Platz mehr war. 
Abends lernten wir noch die Rua Augusta kennen und da es Freitag war, waren wir nicht alleine da. Nach diesem Abend hatte ich das Gefühl die Straßen Sao Paulo sind ein großes Graffitimuseum und die Künstler treffen sich in der Rua Augusta, denn ich habe noch keine Stadt mit so wenig leeren Wänden erlebt. Die Streetart ist jedoch von guter Qualität, da sich der ein oder andere Vadalismustäter bei uns noch was abschauen. 

Komisch:
  • Linksverkehr in der Metro.
  • Dicke dürfen auf dem Behindertenplätzen im Bus sitzen und sind sogar noch als erstes auf dem Schild.
  • Die Mülleimer sind hochgestellte Körbe die man manchmal sogar verschließen kann.
  • Die großen grünen Telefonzellen.
  • Keine Fußgängerampeln, entwerden gehen wenn die Autos stehen oder einen Blick auf die Autoampel werfen.
  • Fleisch mit Reis und Bohnen sowie Maisgrieß was wie Sägemehl aussieht und schmeckt.  













Montag, 31. Oktober 2011

cheese, please, lächeln,...

Wenn fotografieren ein dokumentarisches Mittel ist, einen Zeitpunkt einfriert und die Aussage "ein Foto lügt nicht" stimmt, warum wird dann vor jedem Auslösen, noch schnell eine glückliche Weld suggeriert?
Es gibt kaum schöne Fotos von weinenden, traurigen Personen obwohl auch diese Zeitpunkte wichtig sind.
Auch ich kann unter meinen Bildern fast nur lächelnde Personen finden, in Zukunft werde ich das zu ändern versuchen. 


Samstag, 29. Oktober 2011

neue stadträume entdecken

 
Die Idee neue Stadträume zu entdecken gefiel, denn eigentlich gibt es in der Stadt nur Wege die zu Zielen führen, diese sind immer definiert und meistens die Gleichen.  Von der Wohnung in die Uni, von der Uni ins Lieblingscafe… die Plätze abseits der Wege bleiben buchstäblich auf der Strecke.
In der Bäckerei trafen wir uns und formten eine Gruppe von vier Personen. Unserer Team startete am Sillpark und der Würfel entschied, dass wir von dort aus den dritten Bus nehmen, in diesem Fall die Linie C.  
Luca, der die Idee hatte die Umgebung rückwärts zu erkunden, entwickelte einen Helm, nicht nur um sich vor Verletzungen zu schützen, nein, er installierte sich zwei Spiegel um zu sehen wo er sich hinbewegt. Bereits an der Bushaltestelle waren wir durch die Kopfbedeckung erkennbar und die Reaktionen der Passanten waren durch die Bank sehr interessiert und positiv. Als der Bus ankam, startete Luca den Versuch rückwärts einzusteigen. Klingt einfacher als es war, an einem regnerischen kalten Samstag ist der Sillpark ein Ziel für viele und so wurde es etwas hektisch.
Die Tür ging zu wir vier waren drin und ein weiteres Mal entschied der Würfel, dass wir nach drei Stationen den Bus verlassen. Schutzengelkirche war der Name der Haltestelle. Keiner von uns kannte die Gegend abseits von der Hauptstraße an der der Bus entlang fuhr, nicht einmal Uschi, die in Innsbruck bereits lange lebt.
Wir marschierten als so ziemlich die einzigen Spaziergänger von der Kranewitterstraße in die Lönsstraße, auf welche wir nach einem kurzen Ausschweif auf die Josef-Pöll-Straße auch wieder zurück kamen. Durch die sehr gute Beschilderung der Straßen, mit Namen sowie auch geschichtlichen Hintergründen, erfuhren wir einiges über die Geschichte der Stadt, wobei Uschi keinen unwichtigen Teil dazu beitrug.
In der Nordkettenstraße riskierte auch Anne-Catherine die Frisurzerstörung und teste den Helm. Interessant, dass wir auf unserem Weg bisher an keinem Cafe direkt vorbeigegangen sind, dass einzige Gasthaus, an dem wir abbogen, wurde auch bereits als Wohnung umfunktioniert, die Beschriftung blieb.
Nach etwa einer Stunde und einer befragten Passantin erreichten wir in der Nähe einer Schule (auch geschlossen da Samstag) eine Bushaltestelle. 


reflected light


sold alive


Ein weiteres mal in China hat mich zum Nachdenken gebracht, im Supermarkt in Peking hat man die Gelegenheit richtig fangfrische Tiere zu kaufen - denn sie werden vor den Augen des Kunden aus dem Aquarium gefangen und erlegt. Schildkröten, Kröten, Schlagen und Fische...

Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges, denn in Wahrheit sind nicht nur die Chinesen die Tierquäler. Die Frage stellt sich für mich wo das realistische Denken in dieser Hinsicht bleibt.
Wie kann ein Hundebesitzer der sein Tier liebt wie ein KIND, misshandelte, lebendig geschlachtete Hühnerteile im Supermarkt für 5 Euro das Kilo kaufen ? Tierliebe?
Vielleicht kann man die Unterscheidung zwischen den einzelnen Tieren vergleichen mit der Unterscheidung zwischen den Menschen. Ist ein verhungerndes Kind in Afrika nicht auch viel weniger wert für uns wie ein österreichisches Kind.
Wenn man die Zeitung ließt ist dies absolute Realität, die Menge der betroffenen Menschen gibt keinen Anlass dazu eine Nachricht als wichtig einzuordnen, nein es sind viele andere Kriterien wie Menge des Geldes das im Spiel ist, Nähe zu uns...





Mittwoch, 8. Juni 2011

hongkong



Hong Kong, ein guter Einstieg in die Welt Asiens. Viele Leute, unzählige Hochhäuser, neonfarbene Leuchtreklamen, sodass der Himmel niemals dunkel wird. Auch sonst kommt die Stadt nicht zur Ruhe, wenn Bars und Discos schließen pendelt schon längst ein Menschenstrom zur Arbeit. Besonders das Nachtleben kann man mit keiner anderen Stadt vergleichen und davon mussten meine 3 Begleiter und ich uns auch selbst überzeugen.
Nach Ankunft, Dusche und 3min Entspannung mischten wir uns unters chinesische Volk, in Wan Chai kamen meine 2 Freunde die das erste mal auf diesem Kontinent waren, nicht mehr aus dem staunen heraus, Diagnose: Reizüberflutung.
Da ich nicht der beste Freund der chinesischen Küche bin, wir allen einen riesen Hunger hatten und ich ihnen nicht zumuten wollte auf Hühnerbeinen und Entenköpfen herum kauen zu müssen gingen wir in ein nettes Restaurant, dass gemischte Küche anbot.
Gestärkt reisten wir mit dem Taxi nach Soho und vor lauter Tatentrag nahmen wir noch die Besteigung des Peaks auf uns. Naja ganz so stimmt es nicht, denn die Rolltreppe führt bis zur Midstation hoch und so weit sind wir nicht mal gekommen-gefahren.
Der 552m hohe Victoria Peak ist nicht zu vergleichen mit einem Berg in Tirol, unserem Heimatland, dies wurde uns spätestens am 2. Tag bewusst. Als Hongkongtouri muss man mindestens einmal mit der Peaktram fahren, selbst unerschrockenen Tirolern wurde bei der Steilheit ein bisschen mulmig. Dass wir es erst zur Station geschafft haben als es bereits dunkel war, war in keinster Weiße ein Nachteil, denn die Aussicht in der Nacht bietet eine schöne bunte Abwechslung zu dem gewohnt grauen Himmel am Tag.
Oben angekommen, kommt kein bisschen das Gefühl auf, dass man auf einem Berg steht – immerhin der höchste in Hongkong. Kaum aus der Tram ausgestiegen, steht man bereits in einem Shoppingcenter, mit allem was der Konsum so zu bieten hat. Selbst die Restaurants erinnern an amerikanische Fastfoodketten, nur gibt’s statt Pommes Reis. Der Abstieg ist so gut betoniert, dass es für Skater ein leichtes sein müsste hinunter zu fahren. Selbst die seitliche Wand ist einbetoniert, ein paar Löcher für die Bäume, aber ansonsten darf sich kein Stein bewegen.
Am Fuße des Berges kommt man an hohen Wohnhäusern vorbei, mit großen Fenstern, sodass es für uns sehr interessant war, die Bewohner ein bisschen zu beobachten. Zu unser aller Überraschung standen wir am Ende wieder in der Straße, die wir bereits am Vortag besucht hatten. Die Versuchung war da, ein weiteres mal zu feiern, jedoch gibt es ja noch anderes zu sehen. Zum Beispiel einen der vielen Märkte in Hongkong. Da es schon eine ganze Weile dunkel ist kam nur ein Markt in Frage, der Night Market, aber selbst für diesen waren wir ein bisschen zu spät. Die letzte halbe Stunde bevor alle Verkäufer ihre Stände abbauten, nutzten wir Mädchen noch um wenigstens ein bisschen KitschChinesenRamsch nach Hause zu bringen, die Jungs hatten mehr Freude an einem Bier.


Die spannendere, günstigere Alternative zu einem HoponandOff Bus ist es einfach eine der vielen Buslinien und Straßenbahnlinien zu nehmen und so weit zu fahren wie man Lust hat, so kommt man auch ein bisschen weg von den Touristenpfaden. Dies führte uns zu einem Runningsushi, naja nach dem Essen war der Nachmittag leider schon etwas fortgeschritten...wie die Zeit vergeht.
Dem Klischee zu Folge wäre es der weibliche Anteil, welcher am meisten Geld ausgegeben hätte, in unserem Fall hat jedoch der Elektromarkt das größte Loch in die Kreditkarte gebrannt. Eine neue Kamera, ein neues Objektiv… gegeben hätte es für jeden etwas.
Der Kontrast zu dem modernen Hightechprodukten gibt es 2 Straßen weiter Fleisch und Fisch. Nur Fleisch, nicht eingeschweißt, nicht hinter Glas und auch nicht gekühlt, es hängt neben der Straße und außer uns Langnasen, fand es jeder normal, sodass wir staunenden Touristen mit der Kamera zur Attraktion wurden.
Naja auch die Behandlung noch lebendiger Tiere lässt zu wünschen übrig, oder braucht ein 1,50m langer Fisch, ein größeres Aquarium als 1m Durchmesser? Die Muscheln deren Form einem Penis gleichen ließen jedoch nicht zu viel ernste Stimmung zu.
Sobald es immer später wurde, wurden wir fitter und so gingen wir ein letztes mal ausgiebig feiern, sodass vom letzten Tag nicht mehr viel übrig blieb.
Alles in allem gibt Hongkong Einblicke in die chinesische Welt, bietet aber auch dem Kulturbanausen eine Überlebenschance.

Montag, 7. März 2011

tokio

Vogelgezwitscher lässt Bilder im Kopf aufkommen, diese sind jedoch so ziemlich das komplette Gegenteil von der Realität um mich herum. Ich stehe auf Gleis 2 um mit der Keiyo Line in das etwa eine Stunde entfernte Zentrum Tokio`s zu fahren. Das Vogelgezwitscher kommt aus den Lautsprechern ober mir. Pünktlich fährt die Bahn ein und hält genau so an, dass die Türen an den markierten Stellen am Bahnsteig sind. Höfflich wie die Japaner sind, stehen sie an beiden Seiten und lassen den ankommenden Strom heraus fließen, bevor sie einsteigen.
Schlaf scheint nicht nur bei mir Mangelware zu sein, denn die eng nebeneinander sitzenden Japaner senken die Köpfe, schließen die Augen und wie durch ein Wunder öffnen sie diese erst wieder wenn sie an ihrer Haltestelle angekommen sind.


Das Bahnnetz in Tokio ist für mich das komplizierteste und zugleich interessanteste was ich bis jetzt gesehen haben. Erstens, an manchen Stationen, wie bei unserem Startbahnhof, stehen die Stationen nur auf japanisch angeschrieben, sodass der Ticketkauf zum Rätsel wird, zweitens gibt es mehrere Gesellschaften und so ist ein Bahnticket nicht überall gültig, die Lösung für uns als Gaijin (Ausländer) das billigste Ticket kaufen und den Rest beim Verlassen der Unterwelt nachzahlen.
Naja mein Ziel des Tages, das Miraikan Museum hat heute Ruhetag, dass trifft mich hart, denn seit Wochen freu ich mich auf Asimo, den menschenähnlichsten Roboter. Neben dem Museum reihen sich neue Gebäude mit interessanten Formen, was wohl daran liegt, dass der Boden auf dem ich stehe mit Bauschutt und Müll vor nicht allzu langer Zeit aufgeschüttet wurde. So sind in Tokio seit 1868 planmäßig 20000 Hektar Land entstanden.
Der etwas zögerlich entwickelte Plan B führt mich zum Kitanmaru Park um eventuell das Museum of Science zu besuchen. Angekommen bin ich dort nie, der Grund ist nicht, dass ich es nicht gefunden habe, nein die Zeit ist mir davongelaufen.
Eine Stärkung unter den Bahngleisen der Yurakucho Station war anfangs wichtiger, weiters war das Spazieren im Park auch sehr interessant und angenehm.
Am Eingang des Parks wurde der Kontrast zwischen alter und neuer Architektur sichtbar. Der Imperial Palace Plaza im tradtionellen Stil steht im Vordergrund, umgeben ist er jedoch von hohen nüchternen Zweckbauten.
Obwohl der japanische Frühlingsbeginn, die Kirschblüte, noch ein paar Wochen hin ist, sah ich bereits die ersten Blüten, bevor mich der Regen wieder zurück ins U-Bahnnetz trieb.
Nächstes Ziel war ein Maidcafe, was erst durch umkreisen des Häuserblocks und 3 maligem Nachfargen gefunden wurde. Fotografieren nicht erlaubt, auch nicht mit dem Handy, dass ist so ziemlich das einzige was ich durch ein Piktogramm verstanden habe.
Es war ein Erlebnis, keine Frage, von Japanerinnen im Maidkostüm bedient zu werden jedoch lassen sich die Mädels ihre Showeinlagen während der Bedienung mit 7€ Cappocinos bezahlen und der Spaßfaktor ist warscheinlich höher wenn man etwas versteht. So ein Cafe ist jedoch ein genialer Platz um ausgeflippte Japaner zu beobachten.
Die Rückfahrt zum Hotel ist wie eine Ausstellung aller in Japan erhältlichen Handymodelle und Anhänger, denn es gibt kaum jemanden in der U-Bahn der nicht mit tippen beschäftigt ist. Zum Ausklang eines Tages in Tokio gehört für mich noch der Kauf einiger Mitbringsel im 100 Yen Shop und eine Potion Sushi, bevor es morgen früh wieder Richtung Heimat geht.
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