Montag, 7. März 2011

tokio

Vogelgezwitscher lässt Bilder im Kopf aufkommen, diese sind jedoch so ziemlich das komplette Gegenteil von der Realität um mich herum. Ich stehe auf Gleis 2 um mit der Keiyo Line in das etwa eine Stunde entfernte Zentrum Tokio`s zu fahren. Das Vogelgezwitscher kommt aus den Lautsprechern ober mir. Pünktlich fährt die Bahn ein und hält genau so an, dass die Türen an den markierten Stellen am Bahnsteig sind. Höfflich wie die Japaner sind, stehen sie an beiden Seiten und lassen den ankommenden Strom heraus fließen, bevor sie einsteigen.
Schlaf scheint nicht nur bei mir Mangelware zu sein, denn die eng nebeneinander sitzenden Japaner senken die Köpfe, schließen die Augen und wie durch ein Wunder öffnen sie diese erst wieder wenn sie an ihrer Haltestelle angekommen sind.


Das Bahnnetz in Tokio ist für mich das komplizierteste und zugleich interessanteste was ich bis jetzt gesehen haben. Erstens, an manchen Stationen, wie bei unserem Startbahnhof, stehen die Stationen nur auf japanisch angeschrieben, sodass der Ticketkauf zum Rätsel wird, zweitens gibt es mehrere Gesellschaften und so ist ein Bahnticket nicht überall gültig, die Lösung für uns als Gaijin (Ausländer) das billigste Ticket kaufen und den Rest beim Verlassen der Unterwelt nachzahlen.
Naja mein Ziel des Tages, das Miraikan Museum hat heute Ruhetag, dass trifft mich hart, denn seit Wochen freu ich mich auf Asimo, den menschenähnlichsten Roboter. Neben dem Museum reihen sich neue Gebäude mit interessanten Formen, was wohl daran liegt, dass der Boden auf dem ich stehe mit Bauschutt und Müll vor nicht allzu langer Zeit aufgeschüttet wurde. So sind in Tokio seit 1868 planmäßig 20000 Hektar Land entstanden.
Der etwas zögerlich entwickelte Plan B führt mich zum Kitanmaru Park um eventuell das Museum of Science zu besuchen. Angekommen bin ich dort nie, der Grund ist nicht, dass ich es nicht gefunden habe, nein die Zeit ist mir davongelaufen.
Eine Stärkung unter den Bahngleisen der Yurakucho Station war anfangs wichtiger, weiters war das Spazieren im Park auch sehr interessant und angenehm.
Am Eingang des Parks wurde der Kontrast zwischen alter und neuer Architektur sichtbar. Der Imperial Palace Plaza im tradtionellen Stil steht im Vordergrund, umgeben ist er jedoch von hohen nüchternen Zweckbauten.
Obwohl der japanische Frühlingsbeginn, die Kirschblüte, noch ein paar Wochen hin ist, sah ich bereits die ersten Blüten, bevor mich der Regen wieder zurück ins U-Bahnnetz trieb.
Nächstes Ziel war ein Maidcafe, was erst durch umkreisen des Häuserblocks und 3 maligem Nachfargen gefunden wurde. Fotografieren nicht erlaubt, auch nicht mit dem Handy, dass ist so ziemlich das einzige was ich durch ein Piktogramm verstanden habe.
Es war ein Erlebnis, keine Frage, von Japanerinnen im Maidkostüm bedient zu werden jedoch lassen sich die Mädels ihre Showeinlagen während der Bedienung mit 7€ Cappocinos bezahlen und der Spaßfaktor ist warscheinlich höher wenn man etwas versteht. So ein Cafe ist jedoch ein genialer Platz um ausgeflippte Japaner zu beobachten.
Die Rückfahrt zum Hotel ist wie eine Ausstellung aller in Japan erhältlichen Handymodelle und Anhänger, denn es gibt kaum jemanden in der U-Bahn der nicht mit tippen beschäftigt ist. Zum Ausklang eines Tages in Tokio gehört für mich noch der Kauf einiger Mitbringsel im 100 Yen Shop und eine Potion Sushi, bevor es morgen früh wieder Richtung Heimat geht.

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...